Burnout-Boreout-Brownout

Burnout – Boreout – Brownout

Der Begriff ‚Ausgebrannt sein‘ hat sich bereits seit vielen Jahren etabliert, wenn man über #Burnout spricht. Noch immer tue ich mich schwer, mein Herzensthema „#Boreout“ aus dem Anglizismus mit ‚Ausgelangweilt sein‘ zu übersetzen. Es hört sich unrund & gestelzt an. Schon kommt ein weiterer neuer Begriff hinzu, der „#Brownout„. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Energiewirtschaft und bezeichnet eine kfr. Spannungsabsenkung.

In der Psychologie steht Brownout für die Tatsache, dass Arbeitnehmer keinen Sinn mehr in ihrer Tätigkeit erkennen. Aber wie übersetzt man diesen Begriff nun ins Deutsche: ‚Ausgesinnt sein‘? Ich weiß es nicht! 

Was ich allerdings weiß ist, dass Burnout kein alleiniges Phänomen in der Arbeitswelt darstellt und das alleinige Recht hat, von der #WHO als eigenständige Krankheit in der #ICD11 Liste aufgenommen zu werden.

Nicht wenige Schulmediziner, die aufgrund ihrer Ausbildung oder Engstirnigkeit, nur nach Symptomen diagnostizieren und behandeln, somit nicht in der Lage sind Burnout von Boreout oder Brownout zu unterscheiden, hinken der Realität weit hinterher. Es hat fast 48 Jahre gedauert, seit der amerikanische Psychotherapeut Herbert J. Freudenberger das Phänomen des „Ausgebrannt seins“ das erste Mal beschrieben hat und die WHO es nun als Krankheit endlich anerkennt.

Wir haben nicht die Zeit, dass ähnliches mit Boreout und Brownout geschieht. Was jetzt zunächst zwingend notwendig erscheint, ist die Tatsache, dass Unternehmer und Beschäftigte gleichermaßen offen sind und die beiden Phänomene nicht weiter tabuisieren. Auch wenn ich kein großer Freund von Regulierung bin, ist an dieser Stelle die Politik gefragt, die Lobbyisten, die mächtigen Krankenkassen, Verbände, Vereine, Handelskammern u.ä. 

Im Übrigen: Als ich der #IHKFrankfurt angeboten habe, einen Aufklärungsartikel über Boreout für das Mitglieder Magazin „IHK WirtschaftsForum“ zu schreiben, bekam ich als Antwort: „Aktuell haben wir im #IHK-Magazin keinen redaktionellen Schwerpunkt zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung oder Mitarbeitergesundheit geplant.“ Weiter wurde mir dann angeboten: „Möglicherweise hätten Sie aber Interesse daran, für eine der nächsten Ausgaben des #IHK WirtschaftsForums einen Ausflugstipp („Mein Lieblingsort“) beizusteuern? Diese Rubrik ist bei den Leserinnen und Lesern des Unternehmermagazins sehr beliebt und für den Tippgeber mit wenig Aufwand verbunden.“ 

Bei einem Rekordkrankenstand in Deutschland und die Zahl der psychischen Erkrankungen rangiert dabei immer noch an 2. Stelle, ist es also wichtiger Ausflugstipps zu drucken, als sich um die dringenderen Gesundheits-Probleme in der Gesellschaft zu kümmern?!?!?! Vielen Dank IHK für die jährliche Rechnung der Zwangs-Mitgliedschaft. 

Wie sehen Sie das Thema Boreout & Brownout? Eine neue Sau, die durch das Dorf getrieben wird – oder – wir brauchen mehr Aufklärung und eine bessere Faktenlage, damit den Betroffenen gezielt geholfen werden kann? 

19. Mai 2023

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